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Handball: Großschwabhausen ersetzt Trainer Michael Hoffmann

Geschrieben von Maik Wichmann am .

Großschwabhausen. Es hatte sich
schon im Dezember angedeutet: Als Dirk Heinemann, Handball-Abteilungsleiter bei
Fortuna Großschwabhausen, von der Männermannschaft in den verbleibenden elf
Landesliga-Spielen elf Siege forderte, klang eine gewisse Unzufriedenheit mit
Trainer Michael Hoffmann schon durch. Der Zeitpunkt der Trennung jedoch, nur gut
eine Woche nach dem 32:20-Derbysieg gegen den HSV Weimar, überraschte zumindest
Außenstehende.

Knackpunkt sei allerdings ein anderes Derby gewesen, so
Heinemann und zwar für Großschwabhausen das traditionell wichtigere, das Fortuna
eine Woche zuvor beim HBV Jena mit 21:30 verloren hatte. "Da wirkte er hilflos,
hat die Möglichkeiten eines Trainers, das Spiel zu beeinflussen, nicht
ausgeschöpft", so Heinemann. "Auch taktisch war ich enttäuscht am Anfang stand
eine Deckungsreihe auf dem Platz, die so noch nicht mal im Training
zusammengespielt hat." Das ist einer von Heinemanns Kritikpunkten:
Positions-Experimente sorgten bei den Spielern für Verunsicherung. "Keiner
wusste mehr so richtig, wo er spielt." Zu Beginn der Saison sei der Eindruck
noch durchweg positiv gewesen: "Es war Spaß dabei und etwas Neues. Aber
irgendwann wiederholten sich die Trainingsinhalte nur noch, und es war keine
Linie mehr zu erkennen."

Michael Hoffmann fühlt sich derweil "von vielen
SMS-Nachrichten und Mails, die ich seit Mittwoch von den Spielern bekommen habe"
in seiner Ansicht bestätigt, dass nicht alles schlecht gewesen sein kann. "Wir
hatten eine Trainingsbeteiligung von 95 Prozent, keine Verletzten und stehen
unter den ersten Drei. Da muss es erlaubt sein, zu fragen: Was wollt ihr noch?"
Dem 43-Jährigen machte die Arbeit mit der Truppe so viel Spaß, dass er eine neue
sportliche Aufgabe gern annehmen würde. Allerdings nur wieder mit einem
Männer-Team, bekannte der langjährige Weimarer Frauen-Coach: "Das Thema
Frauen-Handball bleibt für mich abgeschlossen."
Heinemann indes will nur bis
zum Saisonende wieder seine frühere Aufgabe als Cheftrainer wahrnehmen. "Wir
sind in Verhandlungen. Es gibt immer einen Plan B", deutete er an.


Michael Grübner / 16.02.11 / TA